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Wo kommst Du her? Aus Furth, einer kleinen Ortschaft bei Landshut.
Und was machst Du im wirklichen Leben? Ich studiere in Regensburg Lehramt mit Hauptfach Geschichte.
Wie kamst Du zu Ekkelins Knecht? Ich las in der Süddeutschen Zeitung vom „ersten deutschen Ritterfilm seit 40 Jahren“ und hab daraufhin mit einem Freund zusammen mit Peter Klewitz Kontakt aufgenommen. Nach einem Treffen mit Peter in Regensburg hatte ich dann meine Rolle.
Welche Rollen hattest Du bei Ekkelins Knecht? Knecht Jörg. Ich war einer der Knechte auf Burg Bernheim.
Bei wieviel Drehs warst Du dabei? Bei insgesamt 13 Drehtagen.
Wie war es für euch in der Maske? In der Maske fand eine erstaunliche Verwandlung statt. Vor allem die eingefärbten Zähne verändern ein Gesicht nicht unbedingt zum Vorteil. Der Geschmack des Zahnlackes war auch nicht gerade sehr angenehm. Man musste auch beim Essen und Trinken aufpassen, dass die Farbe nicht abblätterte, sonst musste nachgefärbt werden. Die Farbe ließ sich aber nach dem Dreh glücklicherweise gut mit Kosmetikstäbchen und Alkohol entfernen. Einmal vergaß ich das allerdings und wunderte mich auf der Heimfahrt, warum mir die Leute, die mir begegneten, entsetzt und angewidert auf den Mund starrten…
Mir musste ja auch dreimal eine Kopfwunde mit Kunstblut verpasst werden. Das Blut in den Haaren war ziemlich klebrig und trocknete lange nicht ein, so dass ich, wenn der Kopfverband verrutschte, bei jedem Zurechtrücken blutrote Finger bekam.
Die vor jedem Dreh normale „Prozedur“ des Schminkens war beim ersten Mal für mich sehr ungewöhnlich, weil ich es nicht gewohnt war, von jemandem geschminkt zu werden. Daran hab ich mich aber dann schnell gewöhnt.
Was hat man Dir alles zum Anziehen verpasst? Ich bekam die komplette Grundausstattung eines Knechts. Die bestand aus Schuhen, Beinlingen, Bruche, Unterhemd, Obergewand, Waffenrock, Gugel, Mantel und einem Gürtel mit Gürteltasche. Als zusätzliche „Gewandung“ hatte ich noch mein eigenes Kettenhemd sowie Kettenhaube und Bundhaube.
Was hat Dir besonders gut gefallen bei den Dreharbeiten? Mir hat vieles gut gefallen.Die Atmosphäre bei den Dreharbeiten war für mich eigentlich immer etwas ganz Besonderes. Auf Abruf in die Rolle des Knechts Jörg zu schlüpfen hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Ein sehr beeindruckende Erfahrung war für mich der Dreh der Hinrichtung. Meine größte Sorge war vor dem Dreh, wie es mir als Laienschauspieler gelingen sollte, einen Delinquenten vor seiner Hinrichtung glaubhaft darzustellen. Am Vorabend des Drehs stimmte uns ein Theaterpädagoge auf die Hinrichtung ein. Dabei stiegen in mir bereits erstaunliche Emotionen auf. Obwohl mir bewusst war, dass die Hinrichtung fiktiv ist, entwickelte ich ein starkes Hass- und Wutgefühl gegenüber meinen Henkern (mit denen ich mich als Schauspielkollege sonst sehr gut verstand) und ein wahnsinnig trauriges Gefühl des Abschieds gegenüber meinen „Angehörigen“. Am Tag der Hinrichtung wurden die Emotionen, die durch die „tobende Menge“ ausgelöst wurde, überwältigend. Vor einer Menge zu stehen, die teilweise meine Hinrichtung lautstark fordert und der sich tumultartige Szenen abspielen, dazu noch einzelne, verzweifelte, bekannte Gesichter in der Menge zu sehen, war für mich ein sehr emotionaler Moment. Vor den Dreharbeiten hätte ich nicht geglaubt, dass eine solche Stimmung künstlich erzeugt werden kann. Die Dreharbeiten waren teilweise natürlich auch sehr anstrengend, wie z.B. bei glühender Hitze in voller Montur auf seinen Einsatz zu warten. Dazu kam, dass man oft lange Wartezeiten bis zur nächsten Szene hatte. Die Stimmung im Team war allerdings immer lustig, so dass trotz des Wartens nie wirkliche Langeweile aufkam.
Warst Du bei der Vorpremiere? Natürlich!
Wie hat Dir der Film gefallen? Sehr gut. Ich hatte angesichts der Laienschauspieler und der äußeren Umstände ein so hervorragendes Ergebnis nicht erwartet.
Bei welchen Szenen warst Du überrascht von der Umsetzung? Die professionelle Umsetzung des Films hat mich allgemein sehr überrascht. Nachdem ich die ersten Szenen in der Rohfassung gesehen hatte, hätte ich nie mit einem solchen Ergebnis gerechnet.
Und wie war das Gefühl, sich selbst im Kino zu erleben? Es war einerseits ein seltsames Gefühl, aber auch irgendwie ein stolzes Gefühl, mich auf der Leinwand zu sehen, v.a. bei der Großaufnahme im Kampf.
Hat sich für Dich nach den Dreharbeiten etwas geändert? Mein Interesse für das Mittelalter, wie es wirklich war, besteht nach wie vor. In der Zeit nach den Dreharbeiten konnte ich mir keine Filme mehr richtig ansehen, da ich immer die Arbeiten hinter der Kamera unbewusst analysierte. So fielen mir beispielsweise etliche Fehler in der Continuity auf. Ich sehe mit Wehmut auf die Dreharbeiten zurück, da sie mich ja fast über ein Jahr lang begleiteten und sehr viel Freude bereiteten. Ich bin auch sehr stolz darauf, dass ich an diesem waghalsigen Projekt mitwirken durfte und bin sehr dankbar für die Erfahrungen, die ich während der Dreharbeiten und in meiner kleinen Rolle sammeln durfte.
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